Immobilienlexikon

Notar beim Immobilienverkauf: Aufgaben, Ablauf und Kosten

Der Notar ist eine neutrale Amtsperson und beim Immobilienverkauf gesetzlich vorgeschrieben: Ohne notarielle Beurkundung ist kein Kaufvertrag gültig. Er entwirft den Vertrag, klärt beide Seiten auf, überwacht die Zahlung und veranlasst die Eintragungen im Grundbuch. Üblicherweise wählt der Käufer den Notar, weil er die Notarkosten trägt.

Was ist Notar?

Der Notar ist ein unabhängiger Träger eines öffentlichen Amtes, der Rechtsgeschäfte beurkundet und zur Unparteilichkeit verpflichtet ist – er schützt Käufer und Verkäufer gleichermaßen. Beim Verkauf beurkundet er den Kaufvertrag, belehrt über die Folgen, sichert über die Auflassungsvormerkung und die Lastenfreistellung die Abwicklung und beantragt die Eintragung des neuen Eigentümers. Er ist bei jeder Objektart eingebunden.

Warum ist Notar beim Immobilienverkauf wichtig?

Die notarielle Beurkundung ist Wirksamkeitsvoraussetzung – ohne sie kommt kein gültiger Verkauf zustande. Der Notar sorgt dafür, dass Geld und Eigentum sicher den Besitzer wechseln: Der Kaufpreis wird erst fällig, wenn die Auflassungsvormerkung eingetragen und die Lastenfreistellung gesichert ist. So sind beide Seiten vor Risiken wie Doppelverkauf oder Zahlungsausfall geschützt.

Wann sollten Sie sich darum kümmern?

Der Notar kommt ins Spiel, sobald sich Käufer und Verkäufer einig sind und die Finanzierung steht. Er erstellt den Vertragsentwurf, der – bei Verbrauchern in der Regel zwei Wochen vor dem Termin – geprüft werden kann. Den Beurkundungstermin sollten Sie erst ansetzen, wenn alle Unterlagen vollständig sind.

Woher bekommen Sie Notar?

Den Notar wählt üblicherweise der Käufer; alle Notare sind gleichermaßen qualifiziert und an dieselbe Gebührenordnung gebunden. Sie finden Notare über die örtliche Notarkammer oder das bundesweite Notarverzeichnis. Hier sollte auf das Notarverzeichnis bzw. die Notarkammer verlinkt werden.

Beispielansicht

Notar- & Grundbuchkosten · RechenbeispielBeispiel

Annahme

Kaufpreis
400.000 €

Kosten (ca.)

Notar
~ 1,0 % (4.000 €)
Grundbuch
~ 0,5 % (2.000 €)
Gesamt
~ 6.000 €

trägt i. d. R.

Notar/Grundbuch
der Käufer
Löschung alter Lasten
der Verkäufer

Vereinfachtes Rechenbeispiel; tatsächliche Gebühren nach Gebührenordnung.

Welche Angaben oder Unterlagen brauchen Sie dafür?

  • aktueller Grundbuchauszug
  • Personalien beider Parteien
  • Angaben zu Belastungen (z. B. Grundschuld)
  • Finanzierungsbestätigung des Käufers
  • Angaben zu mitverkauftem Inventar

Was kostet Notar?

Notar- und Grundbuchkosten betragen zusammen üblicherweise rund 1,5 % des Kaufpreises und trägt in der Regel der Käufer. Für den Verkäufer entstehen Kosten vor allem für die Löschung eigener Belastungen. Die Höhe ist gesetzlich geregelt und richtet sich nach dem Kaufpreis.

Wie lange dauert die Beschaffung?

Von der Beauftragung bis zur Beurkundung vergehen meist zwei bis vier Wochen, danach bis zur Eigentumsumschreibung weitere Wochen. Vollständige Unterlagen beschleunigen den Ablauf spürbar.

Typische Fehler von Eigentümern

  • Den Termin ohne vollständige Unterlagen ansetzen
  • Den Vertragsentwurf nicht vorab prüfen
  • Mündliche Absprachen nicht aufnehmen lassen
  • Annehmen, der Notar berate einseitig (er ist neutral)
  • Belastungen oder Mängel verschweigen

Dos & Don’ts

Dos

  • Den Entwurf rechtzeitig und gründlich prüfen
  • Alle Unterlagen vorab bereitstellen
  • Fragen vor dem Termin klären
  • Absprachen schriftlich aufnehmen lassen
  • Die Zahlungsabwicklung über den Notar nutzen

Don’ts

  • Den Termin überstürzen
  • Auf mündliche Nebenabreden vertrauen
  • Vom Notar eine Parteiberatung erwarten
  • Unterlagen erst im Termin nachreichen

Bedeutung für Bewertung, Finanzierung und Notar

Für die Bewertung spielt der Notar keine Rolle. Für die Finanzierung ist er zentral: Er stimmt Kaufpreiszahlung, Grundschuld-Eintragung der Käuferbank und Lastenfreistellung Ihrer Bank aufeinander ab. Für den Verkauf ist er die Schaltstelle, ohne die kein Eigentum übergeht.

Unterschied nach Objektart

Der Notar ist bei allen Objektarten zwingend eingebunden. Bei der Eigentumswohnung prüft er Bezüge zur Teilungserklärung, beim Mehrfamilienhaus bestehende Mietverhältnisse, beim Grundstück Themen wie Erschließung und Baulasten.

Praxisbeispiel

Ein Verkäufer drängt auf einen schnellen Notartermin, obwohl die Löschungsbewilligung seiner Bank noch fehlt. Der Termin muss verschoben werden, der Käufer wird nervös. Wer erst beurkundet, wenn alle Unterlagen vorliegen, vermeidet solche Verzögerungen.

Checkliste für Eigentümer

  • Steht die Finanzierung des Käufers?
  • Liegt ein aktueller Grundbuchauszug vor?
  • Ist die Lastenfreistellung mit Ihrer Bank vorbereitet?
  • Haben Sie den Vertragsentwurf geprüft?
  • Sind alle Absprachen schriftlich enthalten?

Häufige Fragen zu Notar

Ist ein Notar beim Immobilienverkauf Pflicht?

Ja. Ohne notarielle Beurkundung ist der Kaufvertrag in Deutschland ungültig.

Wer wählt den Notar?

Üblicherweise der Käufer, da er die Notarkosten trägt; qualifiziert sind alle Notare gleichermaßen.

Was kostet der Notar?

Notar und Grundbuch zusammen rund 1,5 % des Kaufpreises, meist vom Käufer getragen.

Berät der Notar mich persönlich?

Er ist zur Neutralität verpflichtet und belehrt beide Seiten; eine einseitige Rechtsberatung ersetzt er nicht.

Wie läuft der Notartermin ab?

Der Notar verliest den Vertrag, klärt Fragen, beide unterschreiben; danach wickelt er Zahlung und Eintragungen ab.

Kann ich den Termin ohne alle Unterlagen machen?

Besser nicht – fehlende Unterlagen führen zu Verzögerungen.

Kann Sloothy helfen?

Ja, Sloothy hilft Ihnen, alle Unterlagen und Angaben rechtzeitig für den Notartermin vorzubereiten.

Verwandte Begriffe

Fazit

Der Notar ist die neutrale Schaltstelle jedes Immobilienverkaufs: Er beurkundet den Vertrag, schützt beide Seiten und sorgt für eine sichere Abwicklung von Zahlung und Eigentumsübergang. Wer den Termin gut vorbereitet, macht die Beurkundung reibungslos.
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